Die Wahl des Rucksacks hängt natürlich stark vom Nutzen ab. Es sind wichtig bei der Auswahl das Volumen, das Tragesystem und die Nutzungsmöglichkeiten in Form von Taschen, Aufteilung und Zubehör (z.B ein integrierter Regenschutz). Je nach Umfang der Touren gibt es drei unterschiedliche Rucksackgrößen.

Ich habe hier meine Sammlung an Rucksäcken einmal aufgestellt. Die Vorzüge und Nutzungsmöglichkeiten der einzelnen Modelle werde ich nun im weiteren ausführen. In der Mitte sieht man den kleinsten Vertreter meinen Alltagsrucksack. Er dient mir vor allem zum Transport von Notebook, Schreibmaterial und Kaffee zum Studium, kann aber auch für einen Spaziergang, Einkauf oder Tagestour super eingesetzt werden.

In das Netz vorne kann man sehr gut Kleinkram werfen an das man schnell heran möchte. Rücksäcke in dieser Größe bieten manchmal einen Bauchgurt, wodurch sie auch auf dem Fahrrad gut zu benutzen sind. Leider liefert TheNorthFace keinen Regenschutz zu diesen speziellen Modellen. Entsprechende Hüllen sind aber im Zubehör erhältlich. Mich hat der Rucksack als Alltagsrucksack überzeugt, da er ein gepolstertes Notebookfach beinhaltet, was für mich sehr wichtig ist, da ich quasi nie ohne Notebook aus dem Haus gehe.

Für kleine Touren interessant wird es aber erst mit einem größeren Modell. Im mittleren Bereich um die 50 Liter haben die Rucksäcke noch Schultersysteme. Das bedeutet, dass die gesamte Last auf der Schulter liegt. Der Bauchgurt dient nur der Fixierung bzw. Stabilisierung des Rucksacks. Für Tages-/Wochenendtouren reicht dies sehr gut oder auch wenn man ohne Zelt nur auf Hüttentour geht ohne Selbstverpflegung. Wenn man mehr Gepäck dabei hat wird es hier aber schnell unbequem an den Schultern, bis zu 10 Kilo sind mit diesem System möglich.

Bei den Rückenauflagen gibt es unterschiedliche Systeme. Deuter erzeugt mit dem aircomport-System Abstand zum Rücken, indem der Rucksack etwas gekrümmt wird und wie im Bild zu sehen nur ein Gazestück aufliegt mit mehreren gut gepolsterte Kontaktstellen an der Hüfte. Die anderen Systeme benutzen ausgeschäumte Polster oder luftige Materialien im Rückenbereich. Die Idee ist immer für eine gute Belüftung des Rückenraumes zu sorgen, damit der Träger unter dem Rucksack nicht ins Schwitzen gerät. Mich hat der Deuter damals im Test überzeugt, da er sich sehr gut an meinen Körper anschmiegte. Einziger Wehmutstropfen ist die gebogen Form des Rucksacks, die für die Belüftung ein deutlicher Vorteil ist, den Rucksack aber im Alltag schwer brauchbar macht. Gerade Mappen oder Schreibblöcke nehmen gern die Form das Rucksacks an bzw. Ordner gehen ganz schlecht rein. Hier sieht man schon, dass dieser Rucksack eher für Wochenendtouren gedacht ist und dabei spielt er bei mir auch alle Vorteile gut aus.

Ist man länger als Selbstversorger und mit Zelt unterwegs, dann braucht man deutlich mehr Volumen und auch mehr Gewicht soll mit. Was das Tragesystem über die Schultern nicht tragen kann, schafft dafür ein System mit Hüftgurt. Die Hauptlast des Rucksacks liegt auf der Hüfte des Trägers und nur ein Teil bleibt auf den Schultergurten. So wird ein Nutzgewicht von 20-25 Kilo möglich. Zusammen mit einem Volumen von 80Litern kann man dann schon eine Menge Dinge einpacken.

Da das Tragesystem bei diesen Rucksäcken sehr massiv und aufwendig ist, bringt der Rucksack selber schon 3-4Kilo auf die Waage. Hier greift die Gewichtsspirale von der man in Trekkingforen oft lesen kann und die sich Ultraleicht-Trekker zu Nutze machen. Je mehr ich mitnehmen möchte, desto mehr muss ich mitnehmen, um dies auch tragen zu können. Neben Rucksack mit Tragesystem habe ich plötzlich bedarf für schwere Schuhe, die meine Knöchel vor dem Umknicken schützen und damit ich mit dem zusätzlichen Gewicht auch trittsicher bleibe. Besonders schwere Schuhe beeinflussen die Leistung auf Touren aber sehr, auch wenn sie nötig sind. UL-Trekking setzt daher auf eine leichte Grundausrüstung, die im leichten Rucksack mit einem leichten Trailschuh nutzbar ist. Ich selber halte nicht viel von dem UL-Trend, da man viele Einspaarungen auf Kosten von Reserven und Sicherheit erkauft. Gerade Anfänger im Bereich Trekking sollten ruhig ihre Erfahrungen machen und bei den ersten Touren lieber zu viel als zu wenig einpacken. Mit steigender Erfahrung regelt sich das mitgeführte Gewicht dann von alleine. Als Grundmarke für einen gut gebauten Mann kann ich mitgeben, dass mehr als 20 Kilo keinen Spaß mehr machen. Wenn also möglich würde ich immer versuchen unter dieser Marke auf Tour zu bleiben, dies ist aber meine ganz eigene Erfahrung.
Einmal ab von meinen persönlichen Erfahrungen und meinen Rucksäcken. Wichtig ist, dass man weiß welche Ziele man hat vor dem Rucksackkauf. Von der Idee einen Rucksack für alles zu kaufen sollte man sich verabschieden. Je nach Zielen gibt es unterschiedliche Modelle die den Sinn am besten abdecken. Hier muss ganz klar investiert werden, damit man dann auch viel Spaß mit dem Material hat. Fächer für Trinksystem oder Trinkflaschen haben alle Modelle gemein. Die einzelnen Taschen und Aufteilungen kann man nur konkret vergleichen.
Rucksäcke kann man nicht vernünftig online kaufen. Ich bin ganz sicher, dass dabei nichts passendes auf dem Rücken landet. Jeder Rücken unterscheidet sich und obwohl die Tragesysteme meist sehr anpassbar sind muss man selber vergleichen. Dafür ist es auch nötig den Rucksack mit Gewicht auf den Rücken zu setzen. Hier hilft der Fachhändler mit Beratung und der Möglichkeit zum Probieren. Gerade bei den Trekkingrucksäcken mit Hüftgurt ist das Testen die beste Methode um ohne Druckstellen durch die ersten Touren zu kommen. Ein guter Händler hat verschiedene Modelle zur Verfügung und fragt zuerst gezielt nach den Zielen einer Tour. Er vermittelt außerdem die richtige Methode zum Aufsetzen und Absetzen des Rucksacks. Ich empfehle sehr den Kontakt zu einem Fachhändler zu dem man auch Vertrauen hat, dann klappt es auch mit der Wahl des richtigen Rucksacks (wie ich in 2009 zu meinem Rucksack kam ist hier im Blog nachzulesen, siehe link).
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